Computercode hat unseren Alltag im Griff. Seitdem die englische Mathematikerin Ada Lovelace 1849 für die Analytical Engine von Charles Babbage eine Methode zur Errechnung von Bernoulli-Zahlen entwickelte, haben im Laufe der letzten 150 Jahre rund 500 Programmiersprachen das Licht der Welt erblickt.

Jetzt, wo alle Dinge ins Netz gegangen sind, möchten wir, dass sie uns das Leben ultimativ erleichtern – und überlassen dazu alle unsere Gewohnheiten der fortlaufenden Analyse.

Das Dauerbad im Datenstrom wird uns viel schneller eingelassen, als wir uns dafür entkleiden können. Woher stammt der Code? Was tut er wirklich? Welchen Zwecken dient er?

Im Zeughaus beleuchtet das Verhältnis des homo erectus zu seiner machina sapiens. Für die tänzerische Auseinandersetzung mit dem Thema Programmiersprachen bedienen sich Lea Pischke und Michael Baumann zellulärer Automaten, einem Konzept aus der Mathematik und Biologie, das soziales Verhalten visuell und interaktiv simuliert.Es werden einfache und bizarre, typische und errative Verhaltensmuster von Code offengelegt und im physischen Raum ausgespielt. Wie entwickelt er sich, wenn er – dem Prozessor eines Computer entrissen – in Bild und Ton umgesetzt wird? Was bleibt von seiner Effizienz, von seiner inneren Logik über, wenn er der Mechanik eines sich bewegenden Körpers gegenübergestellt wird?

Im Zeughaus ist der Versuch einer Offenlegung dessen, was uns ständig umgibt, aber doch nicht greifbar ist. Es ist eine Konfrontation zwischen dem Abstrakten mit dem Konkreten, die Raum für neue Perspektiven schafft.

Ort und Zeit Eintrittskarten

Kulturamt der Stadt Köln

Gefördert durch die Stadt Köln
In Kooperation mit Chaos Computer Club Cologne
und Lars Wittke von der Konferenzvorbereitung „Leben ist kein Algorithmus